Woche 27: Sicher in die Ferien – Cybertipps für die Reisezeit

07.07.2026 - Die Ferienzeit ist auch Hochsaison für Cyberkriminelle. Gefälschte Buchungsplattformen, betrügerische Ticketseiten oder gestohlene Smartphones können die geplante Erholung schnell in puren Stress kippen lassen. Mit einigen einfachen Vorsichtsmassnahmen lassen sich die Risiken deutlich reduzieren.

Gerade in der Ferienzeit verlagern sich viele organisatorische Schritte ins Internet: von der Hotelreservation bis zum Ticketkauf für Sehenswürdigkeiten. Dabei geraten Reisende zunehmend ins Visier von Cyberkriminellen, die gezielt ausnutzen, dass man sich in einer ungewohnten Umgebung bewegt und weniger vertraut mit lokalen Anbietern ist. Umso wichtiger ist es deshalb, sich Zeit zu nehmen und die Angebote im Vorfeld genau zu prüfen.

Hotels und Attraktionen sicher buchen

Hotels, Eintrittskarten und Freizeitaktivitäten werden heute meist online gebucht. Cyberkriminelle nutzen dies aus, indem sie täuschend echt aussehende Buchungsseiten erstellen oder gefälschte Angebote verbreiten. Während man die Webseiten der bekannten Attraktionen in der Schweiz kennt, sieht das im Ausland anders aus. Dort ist man noch stärker auf korrekte Resultate der Suchmaschinen angewiesen. Gerade Suchmaschinen sind aber keine Garantie: Betrüger platzieren ihre Seiten teils mit bezahlten Werbeanzeigen zuoberst, noch über den eigentlichen Suchergebnissen.

Beispiel einer gefälschten Ticketverkaufsseite des Zoo Zürich. 40% Rabatt werden in Aussicht gestellt, wenn man innerhalb von 15 Minuten bestellt.
Beispiel einer gefälschten Ticketverkaufsseite des Zoo Zürich. 40% Rabatt werden in Aussicht gestellt, wenn man innerhalb von 15 Minuten bestellt.

In den letzten Monaten häufen sich zudem Meldungen, bei denen Reisende nach einer legitimen Buchung Nachrichten erhalten. Sie werden zu einer erneuten Zahlung oder zur Eingabe von Kreditkartendaten aufgefordert, um die Buchung angeblich zu bestätigen. Solche Nachrichten erreichen die Opfer aktuell vermehrt auch über Messenger-Dienste wie beispielsweise WhatsApp und wirken durch den Verweis auf konkrete Buchungsdetails täuschend echt.

Empfehlungen

  • Nehmen Sie Buchungen nur über offizielle Webseiten oder Apps der bekannten Plattformen vor. Das erste Suchergebnis im Internet ist nicht immer das richtige. Prüfen Sie die URL sorgfältig und lesen Sie die Rezensionen anderer Personen.
  • Fragen Sie bei ungewöhnlichen Zahlungsaufforderungen direkt beim Hotel oder Anbieter nach und dies ausschliesslich über die Kontaktangaben der offiziellen Hotelseite.
  • Prüfen Sie Zahlungsbestätigungen über das Handy jeweils auf ihre Korrektheit.
  • Übermitteln Sie Kreditkartendaten oder Ausweiskopien nicht über Links in E-Mails oder Chat-Nachrichten.
  • Werden Sie misstrauisch, wenn Angebote deutlich günstiger sind als vergleichbare Angebote.

Smartphone absichern

Das Smartphone enthält heute weit mehr als nur Fotos und Kontakte. Darauf befinden sich E-Mails, Zugänge zu Bank- und anderen Online-Diensten sowie häufig auch digitale Tickets und Reisedokumente. Geht das Gerät verloren oder wird es gestohlen, können die Folgen erheblich sein.

Empfehlungen

  • Erstellen Sie regelmässige Backups, insbesondere auch unmittelbar vor dem Reiseantritt.
  • Schützen Sie das Gerät immer mit PIN, Fingerabdruck oder Gesichtserkennung.
  • Aktivieren Sie die automatische Display-Sperre.
  • Halten Sie das Betriebssystem und alle Apps aktuell.
  • Aktivieren Sie die Funktionen «Mein Gerät finden» und «Fernlöschung».
  • Installieren Sie nur Apps aus offiziellen App-Stores.
  • Vergeben Sie dabei nur die nötigsten Berechtigungen: Ein Taschenrechner benötigt beispielsweise keinen Zugriff auf die Kamera.

Weiterführende Informationen

Notrufnummern kennen

Bei Verlust oder Diebstahl der Kreditkarte ist schnelles Handeln entscheidend. Kreditkarteninstitute und auch einige Banken bieten rund um die Uhr erreichbare Notrufnummern an, über die sich Karten sofort sperren lassen. Diese Nummern sind auch aus dem Ausland erreichbar. Sie sollten diese Nummern kennen und jederzeit griffbereit haben. Alternativ bieten viele Banken auch Sperrmöglichkeiten über ihre Mobile-Apps oder E-Banking-Portale an. So lässt sich über das E-Banking-Konto in manchen Fällen auch das Twint-Konto sperren. Notieren Sie sich die für Sie relevanten Sperrnummern vor der Reise und bewahren Sie sie unabhängig vom Smartphone auf, etwa auf Papier. Wird das Gerät selbst gestohlen, helfen Nummern, die nur darauf gespeichert sind, nicht weiter.

Empfehlung

Erstellen Sie einen Plan B: Überlegen Sie sich, was Sie unbedingt brauchen würden, wenn Ihr Gerät oder Ihre Bank- und Kreditkarten gestohlen werden: Notfallnummern auf Papier, Passkopien, Tickets, Reservezahlungsmittel usw.

Mautgebühren und ESTA-Anträge

Das BACS erhält immer wieder Meldungen zu Betrugsversuchen, die sich gegen Autofahrer richten. Vor allem im Ausland ist es zum Teil schwierig, sich mit der Gebühren- und Bussgeldsituation zurechtzufinden. So ist es schnell einmal möglich, dass man einen falschen Link anklickt und auf einer betrügerischen Seite landet, auf der man zwar die Kreditkartendaten eingeben muss, aber dann keine Vignette erhält. In verschiedenen Ländern wird zudem für die visumfreie Einreise eine elektronische Reiseautorisierung (ESTA) benötigt. Betrüger nutzen die oft komplexen Verfahren aus, um offiziell aussehende Websites zu erstellen und die Nutzenden zu täuschen, um so an Daten und Geld zu gelangen.

Empfehlungen

  • Kaufen Sie Vignetten nur über offizielle Kanäle. Informieren Sie sich bei Unsicherheiten direkt auf den Webseiten der jeweiligen Verwaltung.
  • Nutzen Sie ausschliesslich die offiziellen Webseiten der zuständigen Behörden für die Beantragung von Reiseautorisierungen.
  • Vorsicht ist auch bei Suchanfragen geboten. Vor den eigentlichen Ergebnissen werden oft Werbelinks angezeigt. Diese sind als «gesponsert» gekennzeichnet.
  • Falls Sie eine Parkbusse erhalten, prüfen Sie diese auf deren Plausibilität.
  • Wenn Sie eine Busse online bezahlen sollen, dann informieren Sie sich zuerst, ob es sich um eine offizielle Seite handelt. Fragen Sie im Zweifelsfall bei den Behörden nach.

Weiterführende Informationen

Öffentliche WLANs

Kostenlose WLAN-Angebote in Hotels, an Flughäfen oder Bahnhöfen sind sehr praktisch. Gerade bei knappem Datenbudget des Handy-Abos sind sie sehr willkommen. Heutzutage sind Datenverbindungen (Web, Chats, E-Mails, E-Banking) in aller Regel verschlüsselt – Auch wenn die Kriminellen Zugriff auf den Netzwerkverkehr im WLAN haben sollten, können sie die verschlüsselten Daten nicht einfach mitlesen. Ein Restrisiko besteht unter Umständen durch gefälschte oder gekaperte Hotspots und einen darauf aufsetzenden sogenannten «Man in the Middle»-Angriff. Dies bedingt schon einen gewissen Aufwand. Um mitlesen zu können, müssen die Betrüger aber eigene Zertifikate verwenden, was eine entsprechende Warnung in der App bzw. im Browser generiert. Nehmen Sie solche Warnungen ernst.

Empfehlungen

  • Verwenden Sie ausschliesslich bekannte und vertrauenswürdige WLAN-Netze.
  • Fragen Sie im Zweifel nach dem offiziellen Netzwerknamen.
  • Ignorieren Sie Zertifikatswarnungen oder entsprechende Hinweise in der App keinesfalls. Sie sind ein starkes Warnsignal, dass die Verbindung nicht mehr vertrauenswürdig ist.
  • Im Zweifelsfall kann ein VPN verwendet werden. Auch hier gibt es aber schwarze Schafe. Wählen Sie ein vertrauenswürdiges Angebot.
  • Deaktivieren Sie automatische Verbindungen zu offenen WLANs.

Weiterführende Informationen

Fazit

Wer einige grundlegende Sicherheitsregeln beachtet, reduziert das Risiko von Betrug und Datenverlust deutlich. Sichere Buchungen, ein gut geschütztes Smartphone und ein vorsichtiger Umgang mit öffentlichen Netzwerken tragen dazu bei, dass die Ferien lange in guter Erinnerung bleiben.

Aktuelle Zahlen und Statistiken

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Aktuelle Zahlen

Letzte Änderung 07.07.2026

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