28.07.2026 - So genannte Deepfakes werden häufig eingesetzt, um mit gefälschten Interviews prominenter Personen betrügerische Investitionsangebote zu bewerben. Sie können aber auch für Mobbing oder Erpressung missbraucht werden, indem Menschen in kompromittierenden Situationen dargestellt werden. Im dritten Teil der Sommerserie beleuchtet das BACS das Thema «Face-Swapping»: Mithilfe von KI lassen sich Gesichter heute in kürzester Zeit und mit geringem Aufwand täuschend echt austauschen.
Dass gefälschte Bilder oder Texte Personen in die Irre führen und auch zu Betrug führen können, wurde in den letzten Teilen der BACS-Sommerserie diskutiert. Das bekannteste und zugleich eines der frühesten beobachteten Beispiele für Deepfakes ist der Einsatz gefälschter Interviews bekannter Persönlichkeiten, um betrügerische Investitionsangebote zu bewerben. Aber auch für Mobbing oder für Erpressung können Bilder verwendet werden, insbesondere wenn die Person in einer kompromittierenden Situation gezeigt wird. Auch wenn die Bilder gefälscht sind, sind solche Betrugsversuche für das Opfer sehr belastend.
KI erhöht Druck bei Fake-Sextortion
Dem BACS werden immer wieder Fälle von Fake Sextortion gemeldet, in welchen Opfern gedroht wird, dass bei einer Nichtbezahlung des geforderten Lösegelds Informationen, Bilder oder sogar Videos über sie veröffentlicht werden. In den allermeisten Fällen sind diese Behauptungen haltlos. Die Betrüger senden solche E-Mails auf gut Glück und hoffen, dass ein Opfer das Lösegeld bezahlt. Die Betrüger lassen aber in der Regel vom Opfer ab, wenn dieses nicht reagiert. Kritisch wird es jedoch, wenn die Betrüger sich auf künstliche Intelligenz abstützen, um gefälschte Bilder und Videos ihrer Opfer zu erstellen. In einzelnen Fällen hat das BACS dies bereits beobachtet. Auf diese Weise wird der Druck auf das Opfer erhöht. Solche Fälle werden in Zukunft vermehrt erwartet, da die klassische Betrugsmethode von Fake Sextortion immer weniger funktionieren wird. Voraussetzung ist aber, dass Bilder des Opfers im Internet vorhanden sind, die manipuliert werden können. Es ist deshalb empfehlenswert, so wenig Bilder von sich wie möglich für alle zugänglich zu machen.
KI-Einsatz für «Body-Swapping»
Bei Fake-Sextortion-E-Mails verwenden Cyberkriminelle häufig das sogenannte «Body-Swapping» oder «Face-Swapping». Dabei werden mithilfe von KI das Gesicht oder der gesamte Körper einer Person präzise in ein anderes Bild oder Video hineinkopiert. Um solche Manipulationen zu erkennen, sollte man vor allem auf feine Unstimmigkeiten an den Schnittstellen achten: Häufig passen die Lichtverhältnisse und Schattenwürfe des eingefügten Kopfes nicht perfekt zum restlichen Körper. Auch minimale Unschärfen, qualitative Unterschiede in der Textur (z. B. ein scharfes Gesicht auf einem leicht verpixelten Körper) oder unnatürliche Übergänge am Hals und der Haarlinie entlarven die Fälschung.
Das bekannteste und zugleich eines der frühesten beobachteten Beispiele für Deepfakes ist der Einsatz gefälschter Darstellungen bekannter Persönlichkeiten, um betrügerische Investitionsangebote zu bewerben. Schon vor drei Jahren wurde KI beim Online‑Anlagebetrug eingesetzt, indem Betrüger geklonte Bilder bekannter Persönlichkeiten nutzten, um ihren Angeboten Glaubwürdigkeit zu verleihen und Opfer zu betrügerischen Investitionen zu bewegen. Zahlreich im Umlauf sind in der Schweiz die gefälschten Interviews mit Bundesrätinnen und Bundesräten oder anderer bekannten Schweizer Persönlichkeiten, um den dubiosen Angeboten einen seriösen Anstrich zu verleihen.
KI begünstigt die Weiterentwicklung bestehender Betrugsvarianten
Beim Phänomen «Romance Scam» tauchten kürzlich Varianten auf, bei denen die Betrüger KI-generierte Bilder verwendeten. Während die Betrüger früher mit kopierten Bildern unbeteiligter Personen aus dem Internet agierten und entsprechend eingeschränkt waren, werden die Personen neu gänzlich mit KI generiert. Durch das Generieren von Bildern und Videos kann nicht nur eine ganze Identität erfunden werden. Es lassen sich auch diverse Situationen darstellen, die vorher nicht möglich waren. So wurde im aktuellen Fall mit der entsprechenden Identität ein Krankenhausaufenthalt bildlich unterstützt. Das BACS hat über diesen Fall in einem Wochenrückblick berichtet.
Auch bei der Kontenübernahme, dem klassischen Phishing, wird neu die Verwendung KI-generierter Bilder beobachtet. Die Opfer erhalten in diesen Fällen von einem vermeintlich bekannten Kontakt die Bitte, bei einem Wettbewerb für ihr Kind abzustimmen. Wer dem Link folgt und auf der betrügerischen Website arglos einen Verifizierungscode eingibt oder einen speziellen QR-Code scannt, verliert umgehend den Zugriff auf sein eigenes WhatsApp-Konto. Die Abstimmungsseite inklusive Fotos der Kinder ist in diesen Fällen vollständig KI generiert. Das BACS hat in einem Wochenrückblick darüber berichtet.

Fazit
Bilder lassen sich heutzutage leicht manipulieren, weshalb man dem Gesehenen mit Vorsicht begegnen sollte. Mit modernen Technologien ist es möglich, eine Person vollständig künstlich zu erschaffen oder bestehende Bilder so zu verändern, dass Körperbau, Grösse oder andere Merkmale angepasst werden. Zudem kann eine Person oder ein Gesicht bereits auf Basis eines einzigen Fotos in ein anderes Bild eingefügt oder ausgetauscht werden – etwa in sozialen Netzwerken. Umso wichtiger sind die klassischen Merkmale zur Betrugserkennung. Prüfen Sie stets, ob eine Situation plausibel erscheint. Betrüger zielen in der Regel darauf ab, entweder an Ihre Zugangsdaten oder Ihr Geld zu gelangen. Sobald Sie aufgefordert werden, eines von beiden preiszugeben, ist höchste Vorsicht geboten.
Weiterführende Informationen
- «Romance Scam» im Wandel – Mit KI zur perfekten Täuschung
- Gefälschter Wettbewerb – Hacker kapern WhatsApp-Konten mit Abstimmungs-Trick
- Einsatz von künstlicher Intelligenz für Betrugsversuche
- «Dringende Überweisung» – CEO-Betrug bleibt ein Dauerbrenner für KMU
- European Cyber Security Month (ESCM): Tipps für Seniorinnen und Senioren
- Bericht über den Einfluss von künstlicher Intelligenz in der Cybersicherheit
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Letzte Änderung 28.07.2026








