Woche 17: «Hallo Mami, mein Handy ist kaputt» – Betrüger nutzen verstärkt iMessage

28.04.2026 - Das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) erhält aktuell wieder sehr viele Meldungen zum sogenannten «Hallo Mami/Papi»-Betrug. Auffällig an diesen Meldungen: Die Betrüger nutzen für ihre Kontaktaufnahme fast ausschliesslich Apples Nachrichtendienst iMessage. Dabei verwenden sie oft ausländische Vorwahlen oder iCloud-E-Mail-Adressen und schreiben teilweise sogar auf Schweizerdeutsch.

Die Betrugsmasche «Hallo Mami/Papi, mein Handy ist kaputt» ist nicht neu, erfreut sich bei Cyberkriminellen aber leider nach wie vor grosser Beliebtheit: Das Opfer erhält eine Nachricht von einer unbekannten Nummer. Der Absender gibt sich als Sohn oder Tochter aus und behauptet, das alte Handy sei kaputt oder verloren, weshalb man nun unter dieser neuen Nummer erreichbar sei. Sobald das Opfer antwortet und die neue Nummer speichert, folgt wenig später die Bitte um Geld. Meist wird behauptet, dass wegen des neuen Handys die Banking-App noch nicht funktioniere und dringend eine wichtige Rechnung beglichen werden müsse.

Beispiele betrügerischer Nachrichten.
Beispiele betrügerischer Nachrichten.

Spezialvariante Kontoübernahme

In einer speziellen Variante gibt sich ein Betrüger als eine dem Opfer bekannte Person aus und behauptet, sein Smartphone sei gesperrt worden. Der angebliche Kundendienst habe ihm mitgeteilt, dass zur Entsperrung ein Aktivierungscode erforderlich sei, den er von einer anderen Person erhalten müsse. Dabei gibt der Täter an, dass das Opfer die einzige Person sei, die momentan online sei und helfen könne.

In der Folge wird das Opfer angewiesen, in der Twint‑App einen Code einzugeben. Dadurch wird ein Geldbetrag abgebucht. Anschliessend erklärt der Betrüger, dass er per SMS eine PIN erhalte, welche das Opfer an ihn weiterleiten solle, damit er sein Mobiltelefon entsperren könne. Das Opfer hat an dieser Stelle die Kommunikation unterbrochen. Das BACS geht aber davon aus, dass es sich dabei um einen Aktivierungscode für die Übernahme des Twint-Kontos auf einem anderen Gerät gehandelt hätte.

Beispiel eines Chatverlaufs, bei dem versucht wird, eine Twint-Zahlung auszulösen und das Opfer zur Weitergabe einer PIN zu überreden.
Beispiel eines Chatverlaufs, bei dem versucht wird, eine Twint-Zahlung auszulösen und das Opfer zur Weitergabe einer PIN zu überreden.

iMessage als bevorzugter Kanal

Während diese Nachrichten in der Vergangenheit häufig als klassische SMS oder über WhatsApp verschickt wurden, zeigen die aktuellen Meldungen an das BACS eine deutliche Verlagerung auf iMessage (erkennbar an den blauen Textblasen auf Apple-Geräten).

Dies hat für die Täterschaft mehrere Vorteile: Der Versand von iMessages über das Internet ist kostenlos und unterliegt nicht denselben Spam-Filtern wie klassische SMS-Nachrichten der Mobilfunkanbieter. Zudem reicht für den Versand über iMessage eine Apple-ID aus.

Ausländische Vorwahlen und Schweizerdeutsch

Bemerkenswert bei der aktuellen Welle sind die verwendeten Absender:

  • Die Nachrichten stammen fast immer von Nummern mit ausländischen Vorwahlen, sehr häufig aus den Philippinen (+63) oder aus Marokko (+212).
  • Alternativ werden die iMessages direkt von iCloud-E-Mail-Adressen (z. B. vorname.name@icloud.com) verschickt.

Um trotz der verdächtigen Absenderadressen Vertrauen zu wecken, formulieren die Betrüger ihre Nachrichten teilweise in Schweizerdeutsch (z.B. «Hoi Papi, mis Handy isch kaputt...»).

Empfehlungen

  • Falls Sie einen finanziellen Schaden erlitten haben, empfiehlt das BACS eine Strafanzeige bei der örtlichen Polizei. Auf der Seite von Suisse ePolice können Sie Polizeiposten in Ihrer Nähe suchen.
  • Misstrauen Sie Textnachrichten, die Sie unaufgefordert erhalten.
  • Geben Sie unter keinen Umständen Sicherheitscodes oder Passwörter weiter, auch wenn vermeintlich bekannte Personen Sie darum bitten.
  • Rufen Sie Ihr Kind auf der alten, Ihnen bekannten Telefonnummer an.
  • Vereinbaren Sie frühzeitig für solche Fälle eine Frage, welche ausschliesslich Ihr Kind richtig beantworten kann.
  • Überweisen Sie niemals Geld an unbekannte Konten, auch wenn die Situation als dringlich dargestellt wird.
  • Blockieren Sie den Absender umgehend. Bei iMessage können Sie solche Nachrichten direkt in der App über die Funktion «Spam melden» (oder «Werbung melden») an Apple weiterleiten.
  • Sensibilisieren Sie Ihre Angehörigen für diese Betrugsmasche.

Weiterführende Informationen

Aktuelle Zahlen und Statistiken

Die Anzahl Meldungen der letzten Woche nach Kategorien sind publiziert unter:

Aktuelle Zahlen

Letzte Änderung 28.04.2026

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