06.01.2026 - Der 31. Januar rückt näher und damit auch das Ablaufdatum der aktuellen Autobahnvignette. Viele Fahrzeughalterinnen und Fahrzeughalter benötigen derzeit deshalb eine neue Vignette. Seit der Einführung der E-Vignette am 1. August 2023 wird diese zunehmend online gekauft. Der digitale Kauf ist bequem, birgt jedoch auch Risiken. Betrüger und unseriöse Anbieter nutzen diese Situation gezielt aus und locken mit täuschend echten Webseiten.
Rund um die E-Vignette werden derzeit vermehrt Phishing-E-Mails beobachtet. In diesen Nachrichten wird den Empfängerinnen und Empfängern mitgeteilt, dass die mit ihrem Fahrzeug verknüpfte E-Vignette angeblich vorübergehend gesperrt worden sei. Als Grund wird ein Abrechnungsproblem genannt. Um die E-Vignette wieder zu aktivieren, sollen die Zahlungsinformationen möglichst schnell über einen in der E-Mail enthaltenen Link aktualisiert werden. Der Inhalt dieser E-Mail ist bewusst allgemein gehalten, sodass er auf eine Vielzahl von Fahrzeughalterinnen und Fahrzeughaltern zutreffen könnte. Gerade zu Beginn des Jahres, wenn viele Fahrzeughalterinnen und Fahrzeughalter eine neue Vignette kaufen müssen, ist die Gefahr besonders hoch, dass diese Aufforderung wirkt und die Opfer auf das Phishing hereinfallen. Beim Anklicken des Links wird das Opfer auf eine täuschend echt aussehende Nachbildung der offiziellen Website geleitet, auf der Kreditkarten- und Personendaten abgefragt werden. Diese Informationen gelangen direkt in die Hände der Betrüger.
Gefälschte Verkaufsseiten über Suchmaschinen
Doch nicht nur in den E-Mails lauert die Gefahr. Wer die Adresse der offiziellen Webseite seit dem letzten Kauf vor einem Jahr vergessen hat, verlässt sich häufig auf Suchmaschinen. Genau hier setzen Betrüger an und platzieren Werbeanzeigen mit gefälschten Verkaufsseiten. Die Werbeanzeigen werden von den Suchmaschinen standardmässig zuoberst angezeigt. Auch hier sind die betrügerischen Webseiten den offiziellen Verkaufsstellen täuschend echt nachempfunden. Logos, Farbgestaltung und Texte wirken seriös, der Kaufprozess scheint problemlos zu funktionieren. In Wirklichkeit bezahlen die Betroffenen für eine ungültige Vignette und geben ihre Kreditkarten- und Personendaten direkt an die Kriminellen weiter. Der finanzielle Schaden wird dabei häufig erst auf der Kreditkartenabrechnung sichtbar.
Nicht nur Betrug, sondern auch überteuerte Angebote
Neben den eindeutig betrügerischen Angeboten gibt es auch Drittanbieter, die E-Vignetten tatsächlich anbieten und liefern, allerdings zu einem Preis, der über dem offiziellen liegt. Diese Anbieter bewegen sich in einer Grauzone. Die Vignette selbst ist in der Regel gültig, wird jedoch mit hohen Zusatzgebühren oder vermeintlichen Servicekosten verkauft. Für Fahrzeughalterinnen und Fahrzeughalter ist dies oft schwer erkennbar, da die Webseiten offiziell wirken und der tatsächliche Preisunterschied erst spät im Bestellprozess sichtbar wird. Wer eine E-Vignette über solche Drittanbieter erwirbt, bezahlt am Ende häufig deutlich mehr, als wenn der Kauf direkt über die offizielle Behördenwebseite erfolgt wäre.
E-Vignetten auch in weiteren europäischen Ländern
Übrigens sind nicht nur Käuferinnen und Käufer der Schweizer Vignette im Visier von Betrügern. Das BACS erhielt auch Meldungen von verunsicherten Bürgerinnen und Bürgern, die eine Autobahnvignette für Reisen nach beziehungsweise durch Österreich online erwerben wollten. In diesen Fällen imitieren die Betrüger die Webseite der österreichischen Autobahnbehörde ASFINAG.
Auch Länder wie Tschechien, die Slowakei, Slowenien, Bulgarien, Rumänien oder Ungarn setzen auf elektronische Vignettensysteme. Mit der zunehmenden Verbreitung steigt jedoch auch die Anzahl betrügerischer Angebote, die sich gezielt an Fahrzeughalterinnen und Fahrzeughalter auf der Suche nach einer gültigen Vignette richten.
Empfehlungen
- Nutzen Sie Bundesdienstleistungen jeweils über die offiziellen Seiten der Bundesverwaltung und nicht bei Privatanbietern.
- Geben Sie nie persönliche Daten wie Passwörter oder Kreditkartendaten auf einer Webseite ein, die Sie über einen Link in einer E-Mail oder SMS angeklickt haben.
- Kaufen Sie Vignetten nur über offizielle Kanäle. Informieren Sie sich bei Unsicherheiten direkt auf den Webseiten der jeweiligen Verwaltung.
- Vorsicht auch bei Suchanfragen. Vor den eigentlichen Ergebnissen werden oft Werbelinks angezeigt. Diese sind als «gesponsert» gekennzeichnet.
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Letzte Änderung 06.01.2026