Woche 9: Ereignisse in der Ukraine werden für betrügerische E-Mails missbraucht

08.03.2022 - Der Meldeeingang beim NCSC ist in der letzten Woche zurückgegangen. Am häufigsten werden immer noch gefälschte Erpressungsschreiben gemeldet, die angeblich im Namen von Strafverfolgungsbehörden versendet werden. Zudem werden die Ereignisse in der Ukraine vermehrt für betrügerische E-Mails ausgenutzt.

Aktuelle Ereignisse wie eine Fussballweltmeisterschaft oder Olympische Spiele, aber auch Katastrophen wie Erdbeben oder Überschwemmungen rufen leider immer auch Betrüger auf den Plan, die diese Ereignisse für ihre Betrügereien ausnutzen. Der Krieg in der Ukraine bildet da keine Ausnahme. Jeden Tag werden neue Informationen rund um die Ereignisse des Ukraine-Krieges publik. Die Schlagzeilen dominieren die Nachrichten und der Krieg ist in den Mittelpunkt des Bewusstseins von Bürgerinnen und Bürger gerückt. Es erstaunt deshalb nicht, dass Betrüger die aktuellen Ereignisse für ihre Zwecke missbrauchen.

Unseriöse Spendenaufrufe

So wurden dem NCSC in der letzten Woche verdächtige E-Mails zu Spendenaufrufen für Opfer in der Ukraine gemeldet. Diese enthielten jeweils eine IBAN-Nummer, auf die man einen Betrag einzahlen soll, um zu helfen. Wenn es sich allerdings nicht um eine offizielle IBAN eines anerkannten Hilfswerks handelt, ist es sehr schwierig abzuschätzen, wie seriös so ein Angebot ist und ob nicht am Schluss das Geld anstatt den Opfern, den Betrügern zugutekommt.

Investitionsangebot der UNO

Des Weiteren wurden dem NCSC aber auch ganz offensichtliche Betrugsversuche gemeldet. So soll mit einem lukrativen Investitionsangebot angeblich von der UNO, den Kriegsopfern in der Ukraine geholfen werden. Beim Einzahlen von 500 Euro soll die oder der Investierende nach Ablauf einer Woche den Betrag von 8000 Euro zurückerhalten. Neben dem an sich schon unseriösen Angebot, in so kurzer Zeit so viel Geld zu verdienen, ist es noch unverständlicher, wieso der angebliche Gewinn dann nicht den Opfern zugutekommen soll.

Bild 1: Angebliches Investitionsangebot, um Bürgerinnen und Bürger in der Ukraine zu helfen
Bild 1: Angebliches Investitionsangebot, um Bürgerinnen und Bürger in der Ukraine zu helfen
  • Seien Sie vorsichtig bei Investment-Angeboten, die eine hohe Rendite versprechen.
  • Je grösser die versprochene Rendite ist, desto grösser ist in der Regel auch das Risiko.

Vorschussbetrug

Am schnellsten schlagen sich aktuelle Ereignisse jeweils in den Vorschussbetrugs-E-Mails nieder. In einer dem NCSC gemeldeten E-Mail wollte beispielsweise ein angeblicher ukrainischer Schiffsingenieur seine Familie und sein Vermögen von einer Million Franken aus dem Land bringen und dazu benötige er die Hilfe des Empfängers. Geht Letzterer auf diese Bitte ein, dann wird ein Teil des Vermögens in Aussicht gestellt, es folgen dann aber sehr schnell irgendwelche Geldforderungen. Es ist klar, dass sich der Schiffsingenieur weder in der Ukraine befindet, noch dass das Vermögen existiert. Es handelt sich um einen klassischen Vorschussbetrug.

Bild 2: Beispiel eines Vorschussbetrugs, der Bezug auf die Ukraine nimmt.
Bild 2: Beispiel eines Vorschussbetrugs, der Bezug auf die Ukraine nimmt.
  • Seien Sie skeptisch, wenn Sie E-Mails erhalten, die eine Aktion von Ihnen verlangen und ansonsten mit Konsequenzen drohen (Geldverlust, Strafanzeige oder Gerichtsverfahren, Konto- oder Kartensperrung, Verpasste Chance, Unglück).

Auch Verteilung von Schadsoftware möglich

Zukünftig erwartet das NCSC auch Meldungen zu E-Mails mit Bezug zur Ukraine, die versuchen, Schadsoftware zu verteilen. Schon in früheren ähnlichen Ereignissen wurden zum Beispiel Filme über angebliche Bombenangriffe versendet, bei welchen man zunächst ein Videoprogramm herunterladen musste, um das Video ansehen zu können. Diese Videoprogramme enthielten allerdings eine Schadsoftware.

  • Klicken Sie in verdächtigen E-Mails auf keine Anhänge und folgen Sie keinen Links - Sie riskieren sonst, Ihr Gerät mit Schadsoftware zu infizieren.

Aktuelle Zahlen und Statistiken

Die Anzahl Meldungen der letzten Woche nach Kategorien sind publiziert unter:

Aktuelle Zahlen

Letzte Änderung 08.03.2022

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