Woche 47: Black Friday und Cyber Monday stehen vor der Tür

25.11.2025 - Die Tage werden kürzer, die Temperaturen sinken und die Rabatte steigen. Mit dem Black Friday und dem Cyber Monday stehen die umsatzstärksten Tage des Online-Handels unmittelbar bevor. Konsumentinnen und Konsumenten suchen nach den besten Angeboten. Leider wittern auch Cyberkriminelle das grosse Geschäft und bereiten sich auf diese Tage vor.

Bereits in den vergangenen Tagen verzeichnete das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) einen Anstieg von Meldungen zu betrügerischen Onlineshops («Fakeshops»), betrügerischen Gewinnspielen und gut aufgebauten Phishing-Kampagnen. Die Angreifer perfektionieren ihre Vorgehensweisen, um in der Hektik der Schnäppchenjagd möglichst viele Opfer zu täuschen.

Professionelle Fakeshops

Früher waren Fakeshops leicht an schlechten Grafiken oder fehlerhaftem Deutsch zu erkennen. Heute setzen die Betrüger vermehrt auf professionell wirkende Webseiten, kopieren das Layout bekannter Schweizer Händler, verwenden Schweizer Namen in der URL bzw. im Namen, um seriös zu wirken und werben in Sozialen Medien mit hohen Rabatten.

Besonders beliebt sind Produkte, die stark nachgefragt und teuer sind: Beispielsweise Lampen, Spielkonsolen, Elektronikgeräte, Markenbekleidung oder Küchengeräte. Die Lockvogelangebote sind oft zu gut, um wahr zu sein. Die Betrüger wollen Kunden meist per Kreditkarte, Twint oder mittels Sofortüberweisung zur Vorauszahlung bewegen. Die bestellte Ware wird jedoch nicht geliefert, oder es handelt sich um minderwertige Ware. Bei einer Zahlung per Kreditkarte besteht zudem die Gefahr, dass die Kartendaten direkt für weitere Betrügereien missbraucht werden.

Beispiele von zwei betrügerischen Webshops.
Beispiele von zwei betrügerischen Webshops.

Nach dem Black Friday und dem Cyber Monday folgt das klassische Paketpost-Phishing

Wo viel bestellt wird, wird auch viel versendet. Diese Logik nutzen Kriminelle für die zweite grosse Betrugswelle, die nach dem Black Friday und dem Cyber Monday zu erwarten ist: Phishing im Namen von Paketdiensten. Dabei werden E-Mails oder Textnachrichten im Namen der Post, DHL, DPD oder anderer Kurierdienste verschickt. In den Nachrichten wird behauptet, ein Paket könne nicht zugestellt werden, es fehle eine Adressbestätigung oder es seien Zollgebühren ausstehend. Der in der Nachricht enthaltene Link führt auf eine Phishing-Webseite, die der echten täuschend ähnlich sieht.

E-Mail mit betrügerischer Paketbenachrichtigung.
E-Mail mit betrügerischer Paketbenachrichtigung.
SMS mit betrügerischer Paketbenachrichtigung.
SMS mit betrügerischer Paketbenachrichtigung.

Dort werden die Opfer aufgefordert, eine kleine Gebühr (oft CHF 1.00 – 3.00) zu bezahlen. In Wahrheit geht es den Angreifern aber nur darum, an die vollständigen Kreditkartendaten zu gelangen, um diese später zu missbrauchen oder um die Opfer unwissend in eine Abofalle zu locken.

Empfehlungen

  • Seien Sie skeptisch bei unrealistischen Angeboten. Wenn ein Preis massiv unter dem Marktwert liegt, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen Betrugsversuch.
  • Klingt ein Angebot zu gut, um wahr zu sein, ist es dies vermutlich auch.
  • Überprüfen Sie den Onlineshop. Suchen Sie online nach Erfahrungen («Rezensionen») anderer Nutzer mit diesem Shop. Fehlen diese Angaben oder sind die Bewertungen schlecht, sehen Sie von einem Kauf ab.
  • Eine ausführliche Anleitung, wie betrügerische Websites erkannt werden können, hat das BACS im Wochenrückblick 28/2025 publiziert.
  • Wählen Sie sichere Zahlungsmethoden. Bevorzugen Sie den Kauf auf Rechnung. Seien Sie äusserst vorsichtig, wenn ein Shop ausschliesslich Vorauskasse (Kreditkarte, Twint, Sofortüberweisung) anbietet.
  • Klicken Sie keine Links in Paketbenachrichtigungen an. Wenn Sie ein Paket erwarten, überprüfen Sie den Sendungsstatus ausschliesslich über die offizielle Webseite des Versanddienstleisters oder die Tracking-Nummer, die Sie direkt vom Händler erhalten haben.
  • Geben Sie niemals Kreditkartendaten preis, wenn Sie per SMS oder E-Mail dazu aufgefordert werden, eine «Zollgebühr» oder «Adressprüfung» zu bezahlen. Seriöse Dienstleister verlangen dies nicht auf diesem Weg.

Aktuelle Zahlen und Statistiken

Die Anzahl Meldungen der letzten Woche nach Kategorien sind publiziert unter:

Aktuelle Zahlen

Letzte Änderung 25.11.2025

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