Die Woche 38 im Rückblick

28.09.2021 - In der letzten Woche verzeichnete das NCSC wieder einen erhöhten Meldeeingang. Im Fokus standen betrügerische Gewinnspiele, die angeblich zum 50. Geburtstag von Coop versendet werden. Und bei Kleinanzeigenbetrug vom Typ, dass man trotz eines Verkaufes bezahlen soll, wird ein erheblicher Aufwand betrieben, um das Opfer zur Angabe von Kreditkartendaten zu bewegen.

Angebliches Gewinnspiel von Coop

Letzte Woche erhielt das NCSC zahleiche Meldungen zu WhatsApp-Nachrichten über einen angeblichen Coop-Wettbewerb. Diese Vorgehensweise wurde in der Vergangenheit schon mehrmals beobachtet. Dabei wurden andere Firmennamen wie Migros, Mediamarkt, Rolex und weitere verwendet. Bereits in der Woche 22 hat das NCSC darüber berichtet. Nach dem Beantworten von einigen sehr einfachen Fragen soll man anschliessend erraten, in welchem Geschenkpäckchen der Gutschein versteckt ist. Es versteht sich von selbst, dass in jedem Falle ein Geschenkgutschein gewonnen wird.

Gewinnnachricht angeblich im Namen von Coop
Gewinnnachricht angeblich im Namen von Coop

Um das Geschenk zu erhalten muss aber zuerst noch der Link per WhatsApp an 20 Kontakte oder 5 Gruppen weitergeleitet werden. So stellen die Angreifer sicher, dass sich die Betrugsnachricht von selbst und ohne ihr Zutun im Netz verbreitet.

Am Schluss soll man sich registrieren und seine Mobiltelefonnummer angeben. Was dabei rasch übersehen wird, ist der Hinweis, dass bei der Registration der Telefonnummer wöchentliche Kosten von 10 CHF entstehen. In Tat und Wahrheit bekommt man also keinen Geschenkgutschein, sondern schliesst ein Abonnement ab, welches dann über die Mobiltelefonrechnung abgebucht wird.

Mit der Eingabe der Telefonnummer schliesst man ein Abo ab. Im Kleingedruckten sind die Kosten angegeben.
Mit der Eingabe der Telefonnummer schliesst man ein Abo ab. Im Kleingedruckten sind die Kosten angegeben.
  • Seien Sie skeptisch bei Meldungen, die Sie über vermeintliche Gewinne informieren.
  • Seien Sie besonders vorsichtig, wenn Sie bei Gratisangeboten Kreditkartendaten oder Telefonnummern angeben müssen.
  • Leiten Sie solche Angebote nicht weiter.
  • Sollten Sie die Telefonnummer angegeben haben, melden Sie sich bei Ihrem Mobilfunkprovider.

Phishing-Versuch mit Kleinanzeigen

Auch Betrugsversuche auf Kleinanzeige-Plattformen werden dem NCSC immer wieder gemeldet. In Woche 17 haben wir ein Vorgehen beschrieben, bei dem der Verkäufer Geld an den Käufer (respektive an angebliche Drittfirmen) überweisen soll - und dies bevor dieser die Ware bezahlt. Dabei handelt es sich meist um angebliche Transportgebühren, die von dem Verkäufer vorfinanziert werden sollen.
In einer neu beobachteten Variante versuchen die angeblichen Käufer nun die Verkäufer zu überzeugen, ihre Kreditkartendaten anzugeben. Dazu betreiben die Betrüger einigen Aufwand, indem sie offiziell aussehende Webseiten von Paketdienstleistern erstellen, um die Geschichte glaubwürdiger zu machen. In den vorliegenden Fällen erhielt das Opfer eine E-Mail mit einem Link zu einer angeblichen Post-Webseite, auf welcher der Transfer bestätigt und der versprochene Betrag bezogen werden könne. Die Webseite, die mit offiziellem Aussehen und Logo der Post daherkommt und auch eine ähnliche Internetadresse verwendet, enthält nicht nur den fiktiven Namen der Empfängerin oder des Empfängers, sondern auch eine Beschreibung und ein Bild des zu verkaufenden Artikels. Das heisst, die Angreifer erstellen für jeden Verkäufer eine individuelle Webseite! Dies dient natürlich lediglich dazu, die Skepsis beim Opfer abzubauen und dieses zu verleiten, auf den Link zu klicken.

Individualisierte Webseite mit dem Log der Post
Individualisierte Webseite mit dem Log der Post

Klickt man anschliessend tatsächlich auf «Get Fonds» wird man auf eine Webseite weitergleitet, auf der man seine Kreditkartendaten angeben soll. Es ist die Absicht der Betrüger, dass sich die Opfer durch den ersten Schritt in Vertrauen wiegen, damit beim zweiten Schritt die Kreditkartendaten eingegeben werden, ohne darüber nachzudenken, dass dies eigentlich zum Erhalten einer Geldsumme keinen Sinn macht.

Eingabe der Kreditkartendaten nach dem Klicken auf «Get Funds»
Eingabe der Kreditkartendaten nach dem Klicken auf «Get Funds»
  • Seien Sie vorsichtig bei Forderungen von Käufern. Beharren Sie darauf, dass Versand- und Transaktionsgebühren durch den Käufer bezahlt werden. Schreiben Sie dies auch explizit in die Anzeige.

  • Nutzen Sie das Bewertungssystem der Kleinanzeigen-Plattform. Prüfen Sie die Bewertungen von Käufern. Bedenken Sie aber, dass Bewertungen auch gefälscht sein können. Dies gilt vor allem, wenn es einige sehr gute und einige sehr schlechte Bewertungen gibt.

Aktuelle Zahlen und Statistiken

Die Anzahl Meldungen der letzten Woche nach Kategorien sind publiziert unter:

Aktuelle Zahlen

Letzte Änderung 27.09.2021

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